Gastinfo / FBO

Flugbetriebsordnung (FBO) für den Sonderlandeplatz Wittekindsburg

Als Grundlage für den Flugbetrieb gelten die Vorschriften für Flugbetrieb des BMV für Luftsport-geräte sowie die Flugbetriebsordnung (FBO) für Hängegleiter und Gleitsegel des Deutschen Hängegleiterverbandes (DHV) als Beauftragter des BMV. Diese Flugbetriebsordnung (FBO) ist eine Ergänzung speziell für den Startbereich vor der Wittekindsburg und den Sonderlandeplatz Wittekindsburg.
Das Gelände ist vom Regierungspräsidenten (Rp) Münster nach §6 LuftVG zugelassen.
Die hiermit verbundenen Auflagen müssen beachtet werden.

1. Allgemeines

Geländehalter: DELTA-CLUB WIEHENGEBIRGE e. V.
1. Vors. Bernd Otterpohl, Asternweg 3, 32051 Herford
Mail: vorstand@dcwiehengebirge.de – www.dcwiehengebirge.de

Angaben zum Gelände:
Startrichtung : Süd / Südwest (210°) / Startbarer Sektor: 170° bis 240°
Landeplatz : 44 m über NN
Startplatz : 244 m über NN
Höhendifferenz : 200 m
Schwierigkeit : HG mittel / GS schwer

Erstbeflieger müssen diese FBO vor dem Start unbedingt durchlesen. Sie bestätigen mit Ihrer Unterschrift im Startbuch die Kenntnisnahme und Anerkennung dieser FBO.

Als Voraussetzung für den Start an der Wittekindsburg sind erforderlich:
• Gültiger beschränkter Luftfahrerschein (A-Schein)für Luftsportgeräteführer oder
• Gültiger unbeschränkter Luftfahrerschein (B-Schein) für Luftsportgeräteführer oder
• in Deutschland vom DHV anerkannter ausländischer Befähigungsnachweis
• Flugschüler mit “L-Schein“ können in Anwesenheit eines vom DHV zugelassenen Fluglehrers mit einem geländebezogenen Flugauftrag am Startplatz an der Wittekindsburg starten, wenn die Flugsituation dieses zulässt.

Die Kosten für eine Gastflieger-Tageskarte betragen 12,00 €.

2. Landeplatz

Der Landeplatz befindet sich zwischen der Weser und der Bundesstraße 61 am Fuße des Wiehengebirges. Beim Landeanflug sind alle Flugmanöver zu vermeiden, die den Betrieb auf der
B 61 ablenken könnten. Die Landeeinteilung hat nördlich der Weser zu erfolgen.

Die in den Schaukästen neben der Rampe und am Landeplatz ausgehängten Vorgaben zu den Landevolten sind strikt einzuhalten. Das Abachtern der Höhe ist untersagt.

Das gleichzeitige Einlanden ist möglichst vorausschauend zu vermeiden. Nach der Landung ist das Flugfeld umgehend zu räumen. Gleitschirme sind sofort einzuholen. Der Abbauplatz für die Drachen ist der Betonplatz zwischen der Landwiese und dem Clubhaus.

3. Weg zum Startplatz

Für die Flugplanung ist das Verabredungssystem (Bergstart) auf der Webseite des DCW zu nutzen. Nicht angemeldete Piloten können in der Planung des Startleiters nicht berücksichtigt werden. Bei ausbleibenden Anmeldungen wird der Startleiter nicht erscheinen bzw. den Flugbetrieb nach dem Start des letzten anwesenden Piloten beenden.

Da an der Burg keine PKW-Stellplätze vorhanden sind, treffen und sammeln sich alle Flieger an der Landewiese und bilden dort Fahrgemeinschaften zur Startrampe.
Bei Nichtbeachtung wird ein Startverbot verhängt.

Die für den Transport benötigten Fahrzeuge sind aus dem Bereich der Wittekindsburg, einschließlich Weg bis Schranke, zu entfernen.

4. Startplatz

Jeder Start ist in das Flugbuch einzutragen, damit wird die Kenntnisnahme dieser Flugbetriebsordnung durch den Piloten anerkannt.
An Wochenenden darf nur in Anwesenheit eines Startleiters gestartet werden, ohne Startleiter darf kein Start erfolgen. Der Startleiter kann aus dem Kreis der teilnehmenden Piloten bestimmt werden. Der Name des Startleiters ist im Startbuch einzutragen.
Den Anweisungen des Startleiters ist Folge zu leisten.
Der Startleiter hat vor Flugbeginn die Flugleitung des Flugplatzes Vennebeck (Tel. 05731-6767) über den geplanten Flugbetrieb zu informieren.
Der Aufbau der Drachen hat ausschließlich auf der Aufbauwiese zu erfolgen. Die gepflasterte Terrassenfläche darf für den Start der Gleitschirme in keiner Weise in Anspruch genommen werden. An Wochenenden und Feiertagen ist der Start von Gleitschirmen z.Z. (keine Bewirtschaftung der Burg) nur durch eine Ausnahmegenehmigung möglich. Aktuelle Änderungen werden auf unserer Webseite veröffentlicht.

5. Fluginformationen

Jeder Pilot fliegt auf eigene Gefahr und in eigener Verantwortung. Eine Haftung des Geländehalters besteht nicht.

Die Flugausrüstung muss sich in einem sicheren Zustand befinden und das in Deutschland vorgeschriebene, gültige Gütesiegel besitzen. Beim Fliegen sind das Mitführen einer Rettungsschnur und des Versicherungsnachweises erforderlich.
Ein Start darf nur erfolgen, wenn Windrichtung- und Stärke einen gefahrlosen Flug zulassen.

Startbarer Sektor: 170° bis 240°

Dabei sind die Geländeverhältnisse, das Fluggerät und das Leistungsvermögen des Piloten zu berücksichtigen. Bei stark turbulenten Windverhältnissen darf nicht gestartet werden.
Startverbot besteht: für Standardgeräte bei einer Durchschnittswindgeschwindigkeit von mehr als 30 km/h (17 Kts), für Hochleistungsgeräte bei Windgeschwindigkeiten ab 40 km/h (23 Kts).
Bei fehlender Selbsteinschätzung des Piloten kann der Startleiter den Start untersagen.

Die allgemeinen Regeln der Vorschriften der Luftverkehrsordnung müssen beachtet werden, insbesondere die Ausweichregeln. Der Bereich vor der Rampe und der hufeisenförmige Bereich westlich der Rampe und sind für neu startende Fluggeräte freizuhalten.
Die Zahl der gleichzeitig am Hang fliegenden Fluggeräte soll 30 nicht überschreiten. Bei der Startberechtigung haben die Hängegleiter Vorrang, die restliche Anzahl (bis max. 30) wird mit Gleitschirmen aufgefüllt. Bei schwachen Bedingungen kann der Startleiter die Anzahl deutlich nach unten begrenzen. In niedriger Höhe (< 150 m Rampenüberhöhung) sollten HG bei schwachen Bedingungen östlich der Rampe und GS westlich der Rampe fliegen.

6. Rettungsinformationen

Im Schrank neben der Startrampe befinden sich das Rettungsmaterial für Baumlandungen und der Erste-Hilfe-Kasten. Wie weit der Flugbetrieb (Startabläufe an der Startrampe) während der Rettungsaktion weiter geht, entscheidet der Startleiter.

Rufnummern für Notfälle: 112

Bei Unfällen ist ein Beauftragter für Luftaufsicht (Tel. siehe oben) zu benachrichtigen.
Auch bei einer harmlosen Baumlandung muss die Rettungsstelle für eine Entwarnung über
die Telefonnummer 112 unbedingt informiert werden, um einer unnötigen Alarmierung der Rettungskräfte durch Dritte vorzubeugen.

7. UL-Schleppbetrieb auf der Landewiese

Es darf nur ein motorgetriebener Hängegleiter (UL) als Schleppdrachen zum Einsatz kommen.
Der Betrieb motorgetriebener Hängegleiter ist nur in Verbindung mit dem Schleppbetrieb gestattet. Für ein weiteres UL sind Scheinerhaltungs-, Wettererkundungs- und Testflüge gestattet. Der Pilot des motorgetriebenen Hängegleiters (UL) hat während des Flugbetriebes ständigen Funkkontakt mit der Luftaufsicht des Verkehrslandeplatzes Porta-Westfalica zu halten.

Die Funkfrequenz lautet: 122.37

Für UL-Schlepp liegt der startbare Sektor zwischen 110° bis 270°. Der UL-Schleppbetrieb muss von einem Startleiter geleitet werden. Der Startleiter wird aus dem Kreis der teilnehmenden Piloten bestimmt.
Bei gleichzeitig möglichen Rampen- und UL-Starts hat der Rampenstart immer Vorrang. Bei Landungen von Drachen darf das UL zur Vermeidung von Verwirbelungen den Landeplatz nicht überfliegen und am Boden stehende UL`s haben den Motor auszuschalten. Parkende UL`s sind auf der Betonfläche abzustellen. Der Auf- und Abbau von UL’s hat auf der Betonfläche zu erfolgen.

8. Diverses

Auskünfte über dieses Gelände erteilen Vereinsmitglieder des DCW und die Beauftragten für Luftaufsicht.

Wir bitten alle Piloten, im Interesse der Erhaltung des Fluggeländes diese FBO und die übergeordneten Vorschriften unbedingt zu befolgen. Bei Missachtung kann der DCW
eine Verwarnung oder in schweren Fällen und bei Wiederholungen ein Startverbot aussprechen.

Porta Westfalica, den 30.12.2019
Der Vorstand des DCW

Erprobungsbetrieb für den Gleitschirmstart:

Alle Flüge erfolgen eigenverantwortlich und in Kenntnis der besonderen und schwierigen Startbedingungen (steile Abbruchkante hinter der Startschneise, Startabbruch kaum möglich). Auch Flüge mit Startleiterunterstützung gehen auf eigenes Risiko. Der DCW übernimmt keinerlei Haftung.

Für den Erprobungszeitraum (2020) wurden die folgenden privilegierten Gleitschirmpiloten (pGSP) ausgewählt:

Udo Wilhelm (Vereinsmitglied)
Etienne Renaud (Vereinsmitglied)
Michal Bechyne
Alexander Saak
Kornelius Siemens
Kevin Keck
Axel Finke
Jannik Malachewitz
Lothar Möller
Rolf Igelmann
Christian Schürmann
Bernd Kruse

Die pGSP sind weitgehend mit den Rechten und Pflichten der Vereinsmitglieder ausgestattet.
Sie erhalten einen Schlüssel für das DCW-Gelände und das Absperrgitter zum GS-Startplatz.

Der Schlüssel darf nicht an Gastpiloten ausgeliehen werden.

Nach einer Einweisung durch ein beauftragtes DCW-Mitglied können die pGSP als Startleiter fungieren und Gastpiloten den Start ermöglichen. Gastpiloten sind insbesondere auf die Gefahrensituation der steilen Abbruchkante hinter der Startschneise und auf die Einhaltung der Landevolten hinzuweisen.
Die Anzahl gleichzeitig fliegender HG und GS wird während des Erprobungszeitraums durch den Starleiter in Abhängigkeit von den Flugbedingungen begrenzt, dabei sind HG privilegiert.

Porta Westfalica, den 30.12.2019
Der Vorstand des DCW

Wer Mitglied im DELTA-CLUB WIEHENGEBIRGE e. V. werden will, kann sich hier informieren oder einfach ein DCW Mitglied ansprechen.